Der digitale Produktpass und die EU-Vorgaben
Die EU führt schrittweise digitale Produktpässe ein. Hier erklären wir, was dahintersteckt, ab wann was gilt und wo Sie die Originaltexte finden.
- 2024Ökodesign-Verordnung in Kraft
- 2026EU-Register für Produktpässe
- 18.02.2027Batteriepass wird Pflicht
Was ist ein digitaler Produktpass?
Ein digitaler Produktpass ist ein Datensatz zu einem Produkt, der über einen Datenträger am Produkt abrufbar ist, meist einen QR-Code. Er bündelt Angaben zu Material, Herkunft, Reparatur, Recycling und Umweltwirkung. Kundinnen und Kunden, Händler, Reparaturbetriebe, Recycler und Behörden sollen so dieselben verlässlichen Informationen bekommen.
- Produktträgt einen Datenträger
- QR-Codedauerhaft gleiche Adresse
- Digitaler Passaktuelle Angaben im Browser
- Alle BeteiligtenKunden, Handel, Reparatur, Recycling, Behörden
Rechtsgrundlage
Die Ökodesign-Verordnung legt den Rahmen fest. Welche Produkte einen Pass brauchen und welche Daten darin stehen müssen, regeln eigene delegierte Rechtsakte je Produktgruppe. Batterien haben eine eigene Verordnung.
ESPR, seit Juli 2024 in Kraft. Regelt den Produktpass allgemein in den Artikeln 9 bis 15.
Schreibt in Artikel 77 einen eigenen Batteriepass vor.
Seit Juli 2026. Registriert die Kennungen; die Pässe selbst liegen bei den Unternehmen oder ihren Dienstleistern.
Zeitplan
- Juli 2024ESPR in Kraft
Die Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 schafft den Rahmen für Produktpässe.
- Juli 2026EU-Register startet
Die Kennungen der Produktpässe werden zentral registriert.
- 18. Feb. 2027Batteriepass Pflicht
Für LV-Batterien, Industriebatterien über 2 kWh und Batterien für E-Fahrzeuge.
- 2027 bis 2030Weitere Produktgruppen
Rechtsakte für Textilien, Möbel, Matratzen, Reifen, Stahl und Aluminium erwartet, danach meist 18 Monate Übergangszeit.
Laut Arbeitsplan der Kommission kommen zuerst Textilien, Möbel, Matratzen, Reifen, Eisen und Stahl sowie Aluminium an die Reihe. Die Jahreszahlen im Arbeitsplan sind Planungswerte, keine Fristen. Verbindlich wird ein Pass erst mit dem jeweiligen Rechtsakt.
Was im Pass steht
Die genauen Felder legt der Rechtsakt je Produktgruppe fest. Typisch sind:
für Produkt, Modell oder Charge
Zusammensetzung und bedenkliche Stoffe
Herstellung und Lieferkette
Ersatzteile, Pflege, Entsorgung
zum Beispiel der CO₂-Fußabdruck
Name und Kontakt
Die ESPR verlangt außerdem, dass der Pass über einen Datenträger wie einen QR-Code dauerhaft erreichbar ist und dass eine Sicherungskopie bei einem Dienstleister liegt.
Wer verpflichtet ist
Verantwortlich, wenn er das Produkt in der EU in Verkehr bringt.
Verantwortlich für Ware, die von außerhalb der EU eingeführt wird.
Muss sicherstellen, dass der Pass für die Kundschaft zugänglich ist.
So hilft Dossiqo
Mit Dossiqo erfassen Sie die Daten heute schon strukturiert, veröffentlichen sie unter einer festen Adresse und drucken den QR-Code aufs Produkt. Sobald ein Rechtsakt Ihre Produktgruppe regelt, passen wir die Vorlage an die Pflichtfelder an.
Originaltexte und offizielle Quellen
- Verordnung (EU) 2024/1781 (Ökodesign-Verordnung, ESPR)Rahmen für Ökodesign-Anforderungen und den digitalen Produktpass, insbesondere Artikel 9 bis 15
- Verordnung (EU) 2023/1542 (Batterieverordnung)Batteriepass in Artikel 77
- Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778Regeln für das EU-Register der Produktpässe
- Arbeitsplan Ökodesign 2025–2030, COM(2025) 187Welche Produktgruppen die Kommission zuerst regeln will
- Europäische Kommission: Umsetzung der Ökodesign-VerordnungÜberblick, aktuelle Rechtsakte und Konsultationen
Diese Seite ist eine allgemeine Einführung und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Texte im Amtsblatt der EU. Dossiqo ist derzeit kein zertifizierter Dienstleister im Sinne der Ökodesign-Verordnung.